Hitler noch Ehrenbürger: Laudatio von Hans-Juergen Fink

Gehalten von Hans-Juergen Fink am 27. Januar 2016
für den Förderer Abendblatt

Bertini-Preis für die jahrgangs-übergreifende Arbeitsgemeinschaft Regionalgeschichte des Ludwig-Meyn-Gymnaasiums Uetersen. Acht Schülerinnen und Schüler, heute 10. und 12. Klasse

Liebe Geschichtsforscherinnen und Geschichtsforscher aus Uetersen,

Sie haben gefragt: Ist „Adolf Hitler – ein Ehrenbürger Uetersens?“

Eigentlich eine einfache Frage, doch Ihre Suche nach der Antwort wurde zur Abenteuerreise. Die erste Frage führte zu weiteren: Wie geht unsere Stadt mit ihrer NS-Vergangenheit um? Warum hat Uetersen eigentlich kein Stadtarchiv? Und: Was lassen wir uns denn da an Informationen vorsetzen?

Die Bürgermeisterin von Uetersen verwies damals wegen der Ehrenbürgerschaft auf Wikipedia. Da stand damals: Hitler ist nicht mehr Ehrenbürger – aber ohne Quellenangabe. Der Verfasser des Beitrags hatte auch keine. Und da es kein Stadtarchiv gibt, das man fragen könne, bleibt die Frage offen. Oder…?

Sie haben diese Erfahrungen zu einer Film-dokumentation über Ihre langwierige Recherche verarbeitet und das im Dezember 2015 bei Youtube öffentlich gemacht. Ihre Aktion hat erhebliche Wellen geschlagen – weit über Uetersen hinaus. Das Thema wurde in vielen deutschen Zeitungen aufgegriffen, die gleich weiterfragten: Wie sieht das eigentlich bei uns aus? Eine höchst wirksame Ausweitung der Fragezone.

Kurz darauf hat Uetersen Klarheit geschaffen. In Wikipedia steht jetzt korrekt, und zwar mit Fußnote: Zitat: „Weil für eine Aberkennung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs durch den provisorischen Stadtrat keine schriftlichen Belege gefunden wurden, beschloss der Stadtrat am 15. Dezember 2015 einstimmig, Hitler die Ehrenbürgerwürde zu entziehen.“

Die Fußnote bezieht sich – was mich als ehemaligen Redakteur der Zeitung besonders freut – als Beleg auf das Hamburger Abendblatt, auf die Regionalausgabe Pinneberg vom 17. Dezember 2015.

Ein Preisträger hat mir verraten: Manchmal haben wir uns schon gefragt: Sind wir da zu pingelig? Ist das nicht Schnee von gestern? Vielleicht nur eine Formalität? In solchen Momenten haben wir uns vor Augen gehalten, wofür dieser Mann verantwortlich war.

Da denken hier sicher viele von uns an Ralph Giordano, der bis zu seinem Tod in jeder seiner Schlussreden zu den Preisverleihungen warnte:

Hitler und die Gedanken und Taten, die er repräsentiert, sind zwar militärisch geschlagen, aber geistig, besser: ungeistig, sind sie das noch lange nicht.

Im Umgang mit diesem Abschnitt der Geschichte sollte Laxheit keinen Bestand haben. Da geht es im Kern um das, wofür Ralph Giordano stand: Um Klarheit, um Eindeutigkeit, darum, was richtig ist und was falsch.

Ob Adolf Hitler Ehrenbürger einer Stadt ist oder nicht, ja schon, dass unklar ist, ob das so ist oder nicht, darf eigentlich keinem ihrer Einwohner egal sein.

Ihr habt mir Verve und großer Hartnäckigkeit an diese Selbstverständlichkeit erinnert. Und eure Stadt dazu gebracht, Klarheit zu schaffen und Abschied nehmen von dem „Ist das denn heute noch so wichtig?“, das vor allem an unselige Schlussstrich-Debatten erinnert.

Wir sagen: Das Fragen darf nicht aufhören.
Wir danken und ehren wir euch.

Gemeinsam gegen Ausgrenzung: Laudatio von Hubert Grimm

Es gilt das gesprochene Wort!

Liebe Ehrengäste,
liebe Gastgeber,
liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe betreuende Lehrkräfte
Maike Kneba und Nils Thomsen,
vom Gymnasium Bondenwald,
meine Damen und Herren,

die jährliche Vergab des BERTINI-PREISES dient,
neben Anderem, auch dazu,
die Erinnerung wach zu halten
an begangenes, schlimmes Unrecht.

Wenn wir nicht erinnern,
kann das Unrecht,
die Intoleranz und alles damit verbundene Übel
ungehindert zurückkehren.

Das heißt aber leider nicht im Umkehrschluss,
wenn wir „richtig“ an vergangenes Unrecht erinnern,
halten wir heute das Böse fern.

Sondern:

Wir müssen täglich gegen Unrecht, Intoleranz
und gegen politisch oder religiös motivierte Gewalt
arbeiten.
Und damit sind wir im “Heute“ angekommen.

Das Geschehene aus der dunkelsten Zeit
der deutschen Geschichte rutscht in eine Zeit,
in der es keine Zeugen mehr gibt.
Man kann erinnern,
ohne persönlich berührt zu sein,
wenn man mit keinem Zeitzeugen mehr sprechen kann.

Dann droht das Erinnern beliebig zu werden.

Wie wir uns heute verhalten ist der
„Lackmustest“ für gelungenes Erinnern.

Dies vorausgeschickt ist es mir eine Ehre,
die Laudatio sprechen zu dürfen für Euer Projekt!

Ihr habt Hindernisse aus dem Weg geräumt,
habt die Hand gereicht
und etwas (nur scheinbar) Einfaches,
aber sehr Wirkungsvolles gemacht:

Sport!

Das Projekt „Sport mit Flüchtlingen“
erhält einen „BERTINI-Preis 2015“
für die gute Idee,
für deren konsequente Umsetzung
und für die Nachhaltigkeit.

Nach den mir vorliegenden Informationen findet
der so organisierte Sport auch heute noch statt.
Ich gratuliere allen Beteiligten herzlich
für die Idee,
für Ihr Engagement und
für die hiermit verliehene Auszeichnung!

Der erste Stolperstein für Finkenwerder: Laudatio von Gabriele Kroch

Der erste Stolperstein für Finkenwerder

Laudatio gehalten von Gabriele Kroch am 27. Januar 2016 für die Howard und Gabriele Kroch Stiftung

„Das Kind grinst andauernd blöde, es reagiert auf laute Geräusche, wie Klopfen, Klatschen usw. mit kurzem Hinsehen in Richtung des Schalles, den es mit lautem Stampfen beantwortet. Auf Musik reagiert es nicht weiter, Bauklötze hebt es hoch und lässt sie polternd fallen. Im Übrigen ist es zu keiner sinnvollen Tätigkeit und keiner sprachlichen oder mimischen Äußerung zu bewegen. Schließlich fängt es an zu weinen.“

Ein Auszug aus dem Untersuchungsbericht von 1939, der das Schicksal des dreijährigen Hermann Quast besiegelt. Der vom Down-Syndrom betroffene Junge wird in die Alsterdorfer Anstalten eingewiesen und später in die Pflegeanstalt Eichberg in Hessen verlegt, wo er 1943 siebenjährig dem Euthanasie-Programm zum Opfer fällt.

2015 berichtet eine Mutter in der Zeit:

„Mein Sohn hat das Down-Syndrom. Er ist der lustigste Junge der Welt, aber er wird vielleicht nie bis 10 zählen können. Eines Morgens weckt uns die Große: „Oskar badet.“ Oskar sitzt in der Küchenspüle. Er trägt einen Schlafanzug, patscht mit den Händen im Wasser und strahlt. Mein Mann zählt stolz die logischen Schritte auf, die Oskar absolvieren musste: Kinderstuhl an die Küchenzeile schieben, raufkrabbeln, reinklettern, Wasser andrehen. Ich sag´s euch, richtig blöd ist der nicht.“

Hermann Quast wurde in eine andere Zeit geboren. Während einer Projektwoche am Gymnasium Finkenwerder unter dem Motto „Leben mit Behinderung“ kam sein Schicksal zutage. Bewegt von diesen Vorgängen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft beschäftigten sich die fünf Preisträgerinnen der gemeinsamen Oberstufe des Gymnasiums und der Stadtteilschule Finkenwerder weiter mit dem Thema und recherchierten die Geschichte genauer. Schließlich entstand die Idee, einen Stolperstein für Hermann Quast zu verlegen.

Eine der kleinen goldfarbenen Gedenk-Platten im Fußweg, über die wir mit Augen und Gedanken stolpern sollen.

Ich gestehe, dass ich lange zu denen gehörte, die die Erinnerungssteine im Boden mit gewissem Bedenken sehen. Als aber ein langjähriger Freund, der Hamburg mit einem Kindertransport verlassen hat und damit äußerlich seine Hamburger Kindheit in die Schublade des Vergessens gelegt hatte, vor zwei Jahren mit knapp 90 Jahren vom Stolperstein für seine Mutter erfuhr, diesen besuchte und seither Kindheitserinnerungen nur so aus ihm heraussprudeln, bin ich zu einem völlig anderen Bild gekommen.

In einem Artikel für den Freundeskreis Gedenkstätte Neuengamme, schreiben Sie, liebe Preisträgerinnen, „Das besondere an den Erinnerungssteinen ist, das jeder Stein eine eigene Geschichte erzählt.“ Ihre Suche über verschiedene Lokalblätter nach Informationen zu Hermann Quast blieb ergebnislos. In Finkenwerder schienen seine Spuren ausgelöscht. Der Stolperstein erzählt nun, vom kurzen Leben des kleinen Hermann. Der Moment des Lesens ist nur ihm gewidmet und führt unsere Gedanken dann vielleicht doch auch zu den vielen anderen, die nur noch in den alten Anstaltsakten auftauchen.

Finkenwerder, ein Stadtteil der trotz der Nähe der Industrie heute häufig auch mit Romantik gleichgesetzt wird. Der kleine Hermann konnte nicht fröhlich durch die Straßen tollen, so wie ich es in den Kindheitsgeschichten von meiner Großmutter und ihren Vettern, den Kinau Brüdern, gehört habe.

„Boben dat Leben steiht de Dod, aber boben den Dod steiht wedder dat Leben“.

Sie, liebe Preisträgerinnen, haben mit der Erinnerung an Hermann Quast eine weitere Facette der Geschichte Finkenwerders aufgeschlagen und sind dabei auch auf deutliche Widerstände gestoßen. „Was soll das nach so langer Zeit noch?“ Wer, der sich mit unangenehmen Themen der Vergangenheit befasst, hat diese Frage nicht schon einmal gestellt bekommen. Sie haben unbeirrt ihre Idee verfolgt. Dies ist umso erwähnenswerter, als das ursprüngliche Schulprojekt ja längst beendet war. An dieser Stelle auch ein besonderer Dank an Ihre Lehrerin Frau Fielatz. Sie können stolz auf Ihre Schüler sein und seien Sie versichert, das machen Schüler nur für ganz besondere Lehrer, die sie sehr schätzen.

Hermanns Stolperstein – der erste in dem Stadtteil – ist ein weiterer wichtiger Meilenstein für die Auseinandersetzung mit dem in engster Nachbarschaft begangenen Unrecht der Vergangenheit.

Für mich fast noch entscheidender ebenso verbunden mit der Frage an jeden von uns, wie wir heute und in Zukunft mit Behinderung umgehen wollen.

Mongo war in den achtziger Jahren ein gängiges Schimpfwort.

Seit Beginn der Pränatal Diagnostik Mitte der Neunziger Jahre ist das Screening Programm zur Routine für Spätgebärende geworden. Neun von zehn Müttern, die während der Schwangerschaft von einer Chromosomenanomalie ihres Babys erfahren, tragen das Kind nicht aus. Wir streben nach dem Perfekten.

Hermann Quast wurde mit 7 Jahren ermordet, weil er nicht perfekt war. Pablo Pineda, Lehrer und Schauspieler mit Down- Syndrom sagt: „Das größte Manko der Gesellschaft ist, das Anderssein nicht verstehen zu können.“

Wir alle hier wissen, dass, wenn der Trend sich gegen das Anderssein richtet, es auch für den Gutwilligsten immer schwerer wird dagegen zu halten. Sie haben dagegengehalten und mit dem Stein, dem Anderssein von Hermann eine Stimme gegeben. Dies ist besonders anerkennenswert, da wir uns mit dem Gedenken an die NS Euthanasie Opfer oft schwer tun. So gibt es in einem Ort bei Leipzig, wo ansonsten eine hervorragende Erinnerungsarbeit geleistet wird, seit 2010 einen fertigen Entwurf für eine Erinnerungsstätte für 2060 auf einem Anstaltsfriedhof begrabene ehemalige Patienten. Die Stätte sollte „Mantel des Schweigens“ heißen. Dieser scheint sich als solcher dort inzwischen über das Thema gelegt zu haben.

Sie schreiben in dem oben erwähnten Artikel auch „Wir haben das Gefühl, tatsächlich etwas im Stadtteil zum Positiven verändert zu haben“. Das mit Sicherheit! Aufarbeitung kann immer nur die Grundlage sein, entscheidend ist der daraus folgende Dialog, und in den kann man an so einem Stein mit seinen knappen Informationen zu den Lebensdaten besonders gut eintreten.

In einem Finkenwerder Gedicht heißt es

„Fester Kurs durchs ganze Leben,
und weht der Wind auch noch so hart“

Damit wünsche ich Ihnen „Halten Sie Ihren, wie ich denke, guten Kurs, der anderen Orientierung geben kann. Dann müssen wir keine Angst um die Zukunft unseres Landes haben.

Nun freue ich mich, Ihnen den Bertini-Preis, zu dem ich Ihnen ganz herzlich gratuliere, überreichen zu dürfen.

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Kooperationspartner der BERTINI-Initiative Mut im Netz

Kooperationspartner für Schulen im Rahmen der BERTINI-Initiative MUT IM NETZ

Unter dem Download finden Sie die aktuellen Kooperationspartner der BERTINI-Initiative mit kurzen Beschreibungen zu Erfahrungen und Schwerpunkten in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zum Thema Medien.

Wir sind allerdings auch weiterhin auf der Suche nach neuen Expertinnen und Experten, die wir gerne in die Liste mit aufnehmen würden. Wenn Sie selbst im Bereich Medienpädagogik mit Kindern und Jugendlichen tätig sind und Interesse an spannenden, individuell gestalteten Projekten in Hamburger Schulen haben, melden Sie sich bitte unter bertini-initiative@hamburg.de.
Damit wir ein Gefühl für Ihre Arbeit und Ihre Erfahrungen bekommen, bitten wir Sie, einige Fragen zu beantworten und die Antworten mit zuschicken.
Wo begegnen Ihnen in Ihrer Arbeit

  • negative Folgen, die das Netz mit sich bringt?
  • Beispiele für konstruktiven Umgang mit dem Netz?

Wie haben Sie bisher Jugendliche dabei unterstützt,

  • über ihre negativen Erfahrungen im Netz zu berichten?
  • Ungerechtigkeiten aufzudecken bzw. abzuwehren?
  • sich couragiert einzumischen?

Welche Themenaspekte halten Sie beim Thema digitale Kommunikation aktuell für Jugendliche für besonders relevant?

Was würden Sie gerne einmal gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern im Handlungsfeld „digitale Kommunikation“ ausprobieren?

Wir freuen uns auf Ihre Mail und sind gespannt auf neue Kooperationspartner!

Kooperationspartner für Schulen im Rahmen der BERTINI-Initiative MUT IM NETZ

Auftaktveranstaltung: BERTINI-Initiative MUT IM NETZ

Bertini Planungstreffen

 

Mit einer Auftaktveranstaltung bei strahlendem Sonnenschein startete am 2. September 2014 die BERTINI-Initiative MUT IM NETZ – für mehr Zivilcourage bei der digitalen Kommunikation – in die erste Runde. Gespannt sind wir jetzt darauf, welche Projekte von den vier beteiligten Schulen in den kommenden Wochen entwickelt werden.

Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer hatten sich auf Einladung der BERTINI-Initiative MUT IM NETZ im Seminarraum des Cafés SternChance mit Expertinnen und Experten rund um das Thema „Kommunikation mit digitalen Medien“ getroffen, um gemeinsam Ideen z. B. gegen Cybermobbing und Gewalt in der Kommunikation per Smartphone und Internet zu entwickeln.

Im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung standen die persönlichen Erfahrungen und Interessen der Schülerinnen und Schüler und ihrer Lehrkräfte aus der Stadtteilschule Am Hafen, der Stadtteilschule Stellingen, der Elbschule und dem Kurt-Körber-Gymnasium.

Eingeladen waren Expertinnen und Experten aus dem Fachkommissariat „Cybercrime“, dem ChaosComputerClub, dem Projekt no-nazi.net der Amadeu Antonio Stiftung, der Beratungsstelle Gewaltprävention sowie Medienpädagoginnen und -pädagogen aus unterschiedlichen Einrichtungen, die den Schulen als Kooperationspartner zur Verfügung stehen.

Zu Beginn der Veranstaltung stellte Ulrich Vieluf, Vorsitzender des BERTINI-Preis e. V., den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Ziele der Initiative MUT IM NETZ vor. Anschließend übernahm Yvonne Vockerodt die Moderation und führte Schülerinnen und Schüler, Expertinnen und Experten sowie Lehrkräfte mit immer wieder neuen Impulsen durch den Nachmittag. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten engagiert vier Stunden lang, informierten sich wechselseitig über persönliche Erfahrungen und Kompetenzen, stellten einander Fragen, entwickelten erste Projektideen, loteten mögliche Kooperationen aus und trafen Verabredungen. Die Arbeitsformen wechselten vom Speed-Dating über gemischte Arbeitsgruppen bis zu gemeinsamen Diskussionen im Plenum.

Am Ende dieses Nachmittags verließen die rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Auftaktveranstaltung der Initiative MUT IM NETZ den Seminarraum des Cafés SternChance mit einer Fülle von Anregungen. Schülerinnen und Schüler werden jetzt mit ihren Lehrkräften die an diesem Nachmittag entwickelten Projektideen in ihre Schulen tragen, um sie bis zu den Herbstferien zu einer Projektskizze zu verdichten, die dann in Abstimmung und mit Unterstützung des BERTINI-Preis e. V. bis zum Sommer 2015 umgesetzt werden. Wir sind gespannt.

BERTINI-Preis 2011

Der BERTINI-Preis steht in Hamburg für junge Menschen mit Zivilcourage. Im Jahr 1998 erstmals ausgeschrieben, ist er inzwischen zu einer festen Einrichtung geworden. Auch am 27. Januar 2012 waren wieder rund 700 Gäste zur 14. Verleihung des BERTINI-Preises 2011 ins Ernst Deutsch Theater gekommen. Rund 350 Jugendliche hatten sich mit 20 Projekten beworben.

BertiniMagazin2012-internet-1Abendblatt-Kulturkorrespondent Hans-Juergen Fink aus dem Vorstand des BERTINI-Preises bescheinigte den Bewerbern, als „Frühwarnsystem“ sensibilisiert für gefährliche Entwicklungen zu sein und die Demokratie im Rechtsstaat zu verankern. Schulsenator Ties Rabe wies in seinem Grußwort darauf hin, dass es ein Auftrag an die Schulen sei, gegen das Vergessen und Verschweigen anzugehen. „Zivilcourage zu zeigen ist nicht immer einfach“, sagte er, „oft fehlt der Mut.“ Aber Feigheit lohne sich nicht.

Für Ralph Giordano, dem Ehrenvorsitzenden des BERTINI-Preises, sei der BERTINI-Preis „ein zweiter Traum“ neben der Veröffentlichung seines Buches „die Bertinis“. Dieser Preis, der auf den Titel seines Buches zurückgeht, werde „so etwas wie die Krönung meines Lebens“, sagte der 89jährige Schriftsteller auf der Preisverleihung am 27. Januar 2012 im Ernst Deutsch Theater.

Hier finden Sie die sieben Preisträger mit einer Beschreibung ihrer Projekte.

Lasst Euch nicht einschüchtern