Laudatio – Humanity Rap

Heidi Melis, Hamburger Volksbank

03 HUMANITY RAP Ein Musikvideo für ein gleichberechtigtes Miteinander von Schülerinnen
und Schülern aus drei Hamburger Schulen PATIN: Heidi Melis

Sehr geehrte Frau Bürgerschaftspräsidentin,
sehr geehrter Herr Bürgermeister,
liebe Isabella Vértes-Schütter,
liebe Preisträgerinnen und Preisträger,
sehr geehrte Damen und Herren,

Musik baut Brücken – der „Humanity Rap“ von 56 Schülerinnen und Schülern im Alter zwischen sechs und 19 Jahren aus vier Schulen transportiert diese Botschaft gegen Ausgrenzung und für ein gleichberechtigtes Miteinander sehr eindrucksvoll. Die Preisträgerinnen und Preisträger haben das eben gezeigte Musikvideo eigenständig initiiert, getextet, choreografiert und produziert. Altersgemäß übersetzt lautete eine WhatsApp an die von dem Engagement und der Musik ihrer Schüler begeisterten und gleichsam begeisternden Lehrerin: „Wir haben uns eine Bridge ausgedacht.“ Denn der Antrieb für diesen Rap war unmittelbar: „Wir wollen etwas machen, das eine Message hat.“ Die Klasse 7b des Gymnasiums Kaiser-Friedrich-Ufer ist laut Ursula Richter „super talentiert“ und hatte zuvor bereits mit dem umjubelten Kaifu-Rap über das Leitbild der Schule großen Zuspruch erfahren. Jetzt wollten die Schüler einen Schritt weitergehen, ein musikalisches Zeichen setzen und damit Haltung zeigen. Die Eindrücke dazu waren stark: Aussagen des amerikanischen Präsidenten Trump, erschütternde Wahlergebnisse für die AfD und das Miteinander mit der IVK, der internationalen Vorbereitungsklasse, die unbedingt in dem Video mitwirken sollte.

„Schau nicht weg, schau Dir an, wie man was verändern kann, gerade hier, auch bei Dir, steht der Flüchtling vor der Tür. Sag nicht nein, sei kein Schwein, lass ihn einfach zu dir rein! Ist dein Haus auch zu klein, lass ihn in dein Herz hinein!“

Mittlerweile ist der Humanity Rap die Hymne der IVK, nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ haben Schülerinnen und Schüler der 7b diesen neuen Schülern Deutschkenntnisse vermittelt. Später im Video sind es die deutschsprachigen Jugendlichen, die für das Video arabisch lernen – Symbolik des Miteinanders und konkret gelebte Völkerverständigung.

Und genau das ist bezeichnend für die Schüler und ihr Projekt: In ihrer Kultur der Auseinandersetzung geht es nicht um die Abgrenzung gegen etwas, sondern für die Menschlichkeit:

An die Stelle von abstrakten Flüchtlingskontingenten rückt die Geste des Teilens – über die persönlichen und sozialen Netzwerke wächst die Verantwortungsgemeinschaft – und der Appell an Schüler, Eltern und Lehrer zu liken, zu sharen und mitzumachen. Über das verbindende Medium der Musik entstehen Kooperationen für mehr Menschlichkeit – mit der Grundschule Rothestraße, der Stadtteilschule Winterhude und der Nelson-Mandela-Schule. Für eine starke Symbolik entscheiden sich die Schüler auch bei den Drehorten: „Wir wollen Orte, an denen man Gemeinschaft zeigen kann.“ Die Figur des Sterns, ein syrisches Restaurant, und durchaus heiß diskutiert die Elbphilharmonie als Ort der Verständigung mit Musikern aus der ganzen Welt.

Wir freuen uns sehr, den Humanity Rap bei der 20. Verleihung des BERTINI-Preises auszuzeichnen, denn er übersetzt die Kriterien des BERTINI-Preises jugendorientiert und zeitgemäß, zukunftsgewandt und motivierend: Denn zu der wichtigen Kultur der Erinnerung gegen die nationalsozialistischen Verbrechen gehört der Blick ins Hier und Jetzt: die Aufmerksamkeit gegenüber Unrecht, Ausgrenzung und Gewalt von Menschen gegen Menschen in unserer Stadt.

Liebe Schülerinnen und Schüler, wir von der Hamburger Volksbank freuen uns sehr auf die Patenschaft und sind begeistert von Eurem Engagement: Ihr übernehmt ganz selbstverständlich Verantwortung, motiviert andere, Euer Netzwerk weiterzuspinnen und sprudelt vor Ideen für ein menschliches Miteinander – das macht Mut und ist unser Tor zur Welt für eine friedliche gemeinsame Zukunft in unserer Hansestadt.

Herzlichen Glückwunsch!