Archiv der Kategorie: Aktuelles

Ausschreibung BERTINI-Preis 2016

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Die Ausschreibung richtet sich an alle Hamburgerinnen und Hamburger zwischen 14 und 25 Jahren. Sie können sich einzeln, als Gruppe oder mit ihrer Schulklasse mit ihrem Vorhaben um den BERTINI-Preis 2016 bewerben oder von Dritten für ihr couragiertes Eintreten gegen Unrecht, Ausgrenzung oder Gewalt von Menschen gegen Menschen in dieser Stadt für die Auszeichnung mit dem BERTINI-Preis 2016 vorgeschlagen werden.
Bewerbungen um den BERTINI-Preis 2016 bzw. Vorschläge für die Auszeichnung mit dem BERTINI-Preis 2016 können bis zum 21. November 2016 eingereicht werden weiterlesen

Gedenktafel am Kellerversteck Alsterdorfer Straße

Gedenktafel Ralph Giordano 1Eine Gedenktafel am Backsteinbau der Alsterdorfer Straße 470 erinnert an das Schicksal der Familie Giordano / Bertini. Im Keller des Hauses versteckte sich die Familie Giordano in den letzten Wochen des zweiten Weltkrieges vor der drohenden Deportation. Sie blieben unentdeckt und überlebten, unter ihnen der Sohn der Familie und späterer Schriftsteller Ralph Giordano.
 

Das Wochenblatt berichtete über die Einweihung der Gedenktafel
Wochenblatt vom 4.11.2015

Schülerforum trifft BERTINI-Initiative

„Mut im Netz auf dem 35. SchülerInnenforum im Landesinstitut für Lehrerfortbildung

Am 7. Juli 2015 war die BERTINI-Initiative „Mut im Netz“ zu Gast auf dem 35. SchülerInnenforum. Rund 100 Jugendliche aus verschiedenen Schulen waren im Landesinstitut für Lehrerfortbildung zusammengekommen, um sich einen Vormittag lang mit Gewalt und Mobbing im Internet auseinanderzusetzen und Möglichkeiten zu entwickeln, wie man sich dagegen wehren kann.
Nach einer kurzen Einführung zum Thema „Mut im Netz“ durch Ulrich Vieluf von der BERTINI-Initiative und einer Vorstellung der SchülerInnenkammer durch Vorstandsmitglieder wurde es konkret.

Schülerinnen und Schüler von vier an der Initiative beteiligten Schulen hatten sich seit 10 Monaten mit dem Thema auseinandergesetzt und stellten ihre Arbeitsergebnisse vor. Schüler und Lehrer der Stadtteilschule Am Hafen, der Elbschule, der Stadtteilschule Stellingen und des Kurt-Körber-Gymnasiums hatten unter anderem Umfragen, Workshops und Aktionstage an ihren Schulen durchgeführt, Filme gedreht oder Apps und Blogs entwickelt, die sich gegen Gewalt im Netz wenden.

In anschließenden Gruppenarbeiten und Diskussionen, die von Yvonne Vockerodt von der BERTINI-Initiative moderiert wurden, spielten die Ergebnisse der Projektteilnehmer, aber auch persönlichen Erfahrungen der anwesenden Schülerinnen und Schüler eine wichtige Rolle. Die Jugendlichen sprachen über die Folgen von Gewalt im Netz, suchten nach positiven Beispielen des Umgangs damit und überlegten, welche Forderungen sie an Instanzen wie die Schule zum Thema Mobbing und Cyber-Mobbing stellen können.

Veranstaltung BERTINI-Initiative "Mut im Netz" 7. Juli 2015
Veranstaltung BERTINI-Initiative „Mut im Netz“ 7. Juli 2015

Zum Auftakt des lebhaften Vormittages im Landesinstitut für Lehrerfortbildung stellte Ulrich Vieluf vom BERTINI-Preis e.V. den Verein und die Initiative „Mut im Netz“ vor. Im Sinne des BERTINI-Preises, der junge Menschen für Projekte gegen Unrecht und Ausgrenzung oder für Zivilcourage auszeichnet, sei „Mut im Netz“ entstanden. „Denn heute erfahren viele Jugendliche Mobbing und Gewalt auch über die digitalen Medien“, so Ulrich Vieluf.

Und so haben sich innerhalb der Initiative Schülerinnen und Schüler von vier Schulen in den vergangenen zehn Monaten intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und Lösungsvorschläge entwickelt. Ihre bisherigen Arbeitsergebnisse stellten sie auf dem Schülerforum erstmals öffentlich vor und gaben damit Anregungen für den weiteren Verlauf der Veranstaltung. Denn das Ziel des Schülerforums war es, nicht nur über Mobbing im Netz zu informieren, sondern auch mit „konkreten Ideen ‚rauszugehen und zu handeln“, wie es ein Schülervertreter formulierte.

  • Veranstaltung BERTINI-Initiative "Mut im Netz" 7. Juli 2015
  • Veranstaltung BERTINI-Initiative "Mut im Netz" 7. Juli 2015
  • Veranstaltung BERTINI-Initiative "Mut im Netz" 7. Juli 2015
  • Veranstaltung BERTINI-Initiative "Mut im Netz" 7. Juli 2015
  • Veranstaltung BERTINI-Initiative "Mut im Netz" 7. Juli 2015
  • Veranstaltung BERTINI-Initiative "Mut im Netz" 7. Juli 2015
  • Veranstaltung BERTINI-Initiative "Mut im Netz" 7. Juli 2015
  • Veranstaltung BERTINI-Initiative "Mut im Netz" 7. Juli 2015
  • Veranstaltung BERTINI-Initiative "Mut im Netz" 7. Juli 2015
  • Veranstaltung BERTINI-Initiative "Mut im Netz" 7. Juli 2015
  • Veranstaltung BERTINI-Initiative "Mut im Netz" 7. Juli 2015

Wie unterschiedlich die vier beteiligten Schulen an die Thematik herangingen, zeigte sich bei deren Präsentation. So erläuterten Schülerinnen und Schüler der Klasse 8e der Stadtteilschule Stellingen ihre Arbeit an einer App und einem Blog zum Thema Cybermobbing. Sie hatten sich in Arbeitsgruppen aufgeteilt, und sich mit inhaltlichen und auch juristischen Fragen wie etwa den Urheberrechten befasst. Die Zehntklässler des Kurt-Körber-Gymnasiums hatten sich intensiv mit dem Thema Medienmanipulation auseinandergesetzt und unter anderem den Seminartag „Du kannst etwas bewegen“ an ihrer Schule durchgeführt. Vor dem Plenum des Schülerforums zeigten sie Beispiele von originalen und veränderten Fotos, die die Manipulation in der Kriegsberichtserstattung offenbarten.

Die Elbschule, die von Schülern mit Höreinschränkungen und gehörlosen Schülern besucht wird, präsentierte einen Filmausschnitt, in dem ein neuer Schüler in einer Gehörlosen-Klasse per Smartphone gemobbt wird. Die Elb-Schüler hatten zuvor ihre Mitschüler zum Thema Mobbing befragt und dazu Workskops und Filme hergestellt. Schüler der 7. Klasse der Stadtteilschule Am Hafen, Standort St.Pauli, berichteten von ihrem geplanten Blog zum Thema Mut und Zivilcourage als eine Art digitale Schülerzeitung mit Vernetzung im Stadtteil.

Nach der Präsentation setzten sich die Schülerinnen und Schüler zum Erfahrungsaustausch zusammen. Moderatorin Yvonne Vockerodt von „Mut im Netz“ präsentierte den jungen Zuhörern Fragen, die als Grundlage dienen sollten. Es ging um Themen wie Manipulation und Unrecht im Netz, aber auch um mögliche Beispiele von mutigen Aktionen im Netz und die Frage: wie wollt ihr euch einmischen?

Die Jugendlichen teilen sich in Gruppen auf und begannen zu arbeiten. Auf zuvor ausgeliehenen Notebooks schauten einige ins Internet und informierten sich noch einmal über die Ergebnisse der Schülerprojekte. Nachdem die Fragen beantwortet waren, kamen alle wieder im Plenum zusammen. Dort trat nach einigen Wortbeiträgen Christoph Berens vom LI vor die Schüler und fragte sie, ob das Thema Cyber-Mobbing ihrer Meinung nach zu viel in der Schule behandelt werde. Dies wurde von einigen Schülern bejaht, andere merkten allerdings auch an, dass in ihrer Schule noch gar nicht darüber gesprochen wurde. Die Diskussion kam in Gang als Christoph Berens fragte: „Was würdet ihr denn zum Thema Cyber-Mobbing einfordern?“

„Man kann das Mobbing nicht akzeptieren, man sollte sich an die Lehrer wenden“, meinte ein Schüler. Ein anderer sagte: „Meistens sind die Lehrer in diesem Bereich inkompetent.“ Was zu dem Vorschlag eines weiteren Schülers führte, ein Fach wie Zivilcourage einzuführen, „damit man weiß, was man machen kann.“ Daryoush Danaii von der SchülerInnenkammer Hamburg stellte fest, dass es gut wäre, wenn dieses Thema in allen Schulen gleich verteilt wäre. Und es kam der Vorschlag, Forderungen aufzustellen, wie mit Mobbing und Cyber-Mobbing umgegangen werden sollte.

Nachdem die Schülerinnen und Schüler gemeinsam einen britischen Filmbeitrag zum Cyber-Mobbing sahen, setzten sie sich noch einmal zur Gruppenarbeit zusammen und dachten über folgende Fragen nach: Ist die Lösung, die im Film gezeigt wurde, richtig? Was heißt Zivilcourage auch im Netz? Und was fordern Schüler von Lehrern, von der Schule, vom Schulsenator. In der darauffolgenden Besprechung im Plenum gab es viele Vorschläge, wie man mit Mobbing generell umgehen könnte. Weniger Ideen wurden dazu geäußert, wie man bei Cyber-Mobbing das Netz selbst im positiven Sinn nutzen kann. Hier zeigt sich, dass es beim Thema „Mut im Netz“ noch weiterer Aufarbeitung und Verbreitung bedarf.

Doch die Veranstaltung endete auch mit klaren Statements. Denn die Schülerinnen und Schüler wurden in der letzten Runde an diesem Vormittag von Christoph Berens aufgerufen, sich bei drei Behauptungen für die Antwort „stimmt“ oder „stimmt nicht“ zu entscheiden und sich vor einem der beiden entsprechend beschrifteten Zettel im Raum aufzustellen. Dieses Verfahren machte die Meinung der Jugendlichen sehr schnell sichtbar.

Auf die Behauptung „Lehrer können den Umgang mit Mobbing“ lernen versammelten sich die meisten Schüler vor dem Zettel mit der Aufschrift „Stimmt“. Die Behauptung „Guter Unterricht ist die beste Prävention“ wurde von der Mehrheit mit „Stimmt nicht“ beantwortet. Nur eine Schülerin sah auch in einem guten Unterricht eine Chance gegen Mobbing. Das letzte Statement „Wir alle können etwas gegen Mobbing tun“ wurde wieder von den meisten Schülern mit „Stimmt“ bewertet und mit dieser positiven Aussicht endete das 35.Schülerforum.

Bundesverdienstkreuz

… für den Initiator des BERTINI-Preises Michael Magunna

Schulsenator Ties Rabe und Träger des Bundesverdienstkreuzes Michael Magunna Foto: © MiRMichael Magunna hat als Initiator und Förderer des BERTINI-Preises schon viele Preisträger geehrt. Jetzt hat es den 72-jährigen selbst „erwischt“. Am 27. Mai wurde dem pensionierten Lehrer für Deutsch und Geschichte der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Überreicht wurde das Verdienstkreuz am Bande von einem weiteren Deutsch- und Geschichtslehrer – Bildungssenator Ties Rabe. „Mit seiner Idee für den BERTINI-Preis hat sich Michael Magunna um die Stadt Hamburg und unsere Gesellschaft verdient gemacht“, sagte Rabe während des feierlichen Senatsempfangs im Turmsaal des Rathauses der Hansestadt und bedankte sich für das außerordentliche Engagement Magunnas. Dieser betonte sichtlich bewegt, dass er die Ehrung auch stellvertretend für den BERTINI-Preis e.V. und dessen Förderer entgegennehme. Michael Magunna: „Schließlich gibt es engagierte Menschen und Institutionen, die dafür gesorgt haben, dass die Idee des BERTINI-Preises nicht als romantische Idee eines Lehrers versandet ist.“

Der umgangssprachlich als Bundesverdienstkreuz bezeichnete Orden wird für „hervorragende Leistungen für das Gemeinwesen“ vergeben. Bereits 1993 hatte Magunna an die damalige Schulsenatorin Rosemarie Raab die, wie er sagt, „nötige Prosa“ verfasst, die 1998 zur Etablierung des BERTINI-Preises führte. Seit nunmehr 17 Jahren wird der Preis für Zivilcourage alljährlich am 27. Januar, dem Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus, an junge Hamburgerinnen und Hamburger verliehen, die sich für ein solidarisches Zusammenleben in Hamburg engagieren.


» Michael Magunna Rede zur Übergabe des Bundesverdienstkreuzes

» Grußwort des Schulsenators Ties Rabe

Die BERTINIS als Hörbuch

Für Ralph Giordano waren „Die Bertinis“ zeit seines Lebens immer „das Buch“, sein Opus magnum, die Geschichte seines Lebens.

Vor einem Jahr, am 10. Dezember 2014, ist der Hamburger Publizist und Schriftsteller Ralph Giordano in Köln im Alter von 91 Jahren gestorben. Ralph Giordano war und ist unser Ehrenvorsitzender. Seine letzte Arbeit gibt es jetzt als kleines Hörbuch: eine von ihm geschriebene Kurzfassung seines autobiographischen Romans „Die Bertinis“.

Gelesen wird von einem hochkarätigen Schauspieler-Team mit Burkhart Klaußner, Isabella Vértes-Schütter, Anne Weber, Patrick Abozen und Erik Schäffler. Regie bei der Aufnahme führte der Hamburger Theatermacher, Autor, Lichtkünstler und BERTINI-Preis Förderer Michael Batz. Der Roman umfasst zwei CDs, auf einer dritten CD ist Giordano selbst noch einmal in einem NDR-Interview und mit seiner letzten Rede für die BERTINI-Preis-Verleihung am 27 Januar 2014 zu hören.

Ralph Giordanos Idee folgend ist das Hörbuch eine Benefiz-Edition: Der Erlös aus dem Verkauf kommt dem BERTINI-Preis e.V. zugute.

Natürlich wollte Giordano, schon ans Krankenbett gefesselt, bei der Produktion des Hörbuchs unbedingt dabei sein. Einen Raum für die Aufnahme seines Parts hatte er in seinem Kölner Krankenhaus schon gefunden. Der Tod hinderte ihn daran, diese Aufgabe zu vollenden; den Part, den Giordano selbst sprechen wollte, hat dann kurzfristig Burghart Klaußner übernommen.

Die Kurzfassung der „Bertinis“ wurde von Norddeutschen Rundfunk Anfang 2015 in seiner Reihe „Am Morgen vorgelesen“ ausgestrahlt. Das Hamburger Medienunternehmen Edel Records spendete die Herstellung der 3-CDs, die der BERTINI-Preis e.V. nun als Hörbuch zum Preis von 14,90 Euro verkaufen kann.

Bestellen Sie hier die Benefiz-Edition „Die Bertinis“ »

Auftaktveranstaltung: BERTINI-Initiative MUT IM NETZ

Bertini Planungstreffen

 

Mit einer Auftaktveranstaltung bei strahlendem Sonnenschein startete am 2. September 2014 die BERTINI-Initiative MUT IM NETZ – für mehr Zivilcourage bei der digitalen Kommunikation – in die erste Runde. Gespannt sind wir jetzt darauf, welche Projekte von den vier beteiligten Schulen in den kommenden Wochen entwickelt werden.

Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer hatten sich auf Einladung der BERTINI-Initiative MUT IM NETZ im Seminarraum des Cafés SternChance mit Expertinnen und Experten rund um das Thema „Kommunikation mit digitalen Medien“ getroffen, um gemeinsam Ideen z. B. gegen Cybermobbing und Gewalt in der Kommunikation per Smartphone und Internet zu entwickeln.

Im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung standen die persönlichen Erfahrungen und Interessen der Schülerinnen und Schüler und ihrer Lehrkräfte aus der Stadtteilschule Am Hafen, der Stadtteilschule Stellingen, der Elbschule und dem Kurt-Körber-Gymnasium.

Eingeladen waren Expertinnen und Experten aus dem Fachkommissariat „Cybercrime“, dem ChaosComputerClub, dem Projekt no-nazi.net der Amadeu Antonio Stiftung, der Beratungsstelle Gewaltprävention sowie Medienpädagoginnen und -pädagogen aus unterschiedlichen Einrichtungen, die den Schulen als Kooperationspartner zur Verfügung stehen.

Zu Beginn der Veranstaltung stellte Ulrich Vieluf, Vorsitzender des BERTINI-Preis e. V., den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Ziele der Initiative MUT IM NETZ vor. Anschließend übernahm Yvonne Vockerodt die Moderation und führte Schülerinnen und Schüler, Expertinnen und Experten sowie Lehrkräfte mit immer wieder neuen Impulsen durch den Nachmittag. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten engagiert vier Stunden lang, informierten sich wechselseitig über persönliche Erfahrungen und Kompetenzen, stellten einander Fragen, entwickelten erste Projektideen, loteten mögliche Kooperationen aus und trafen Verabredungen. Die Arbeitsformen wechselten vom Speed-Dating über gemischte Arbeitsgruppen bis zu gemeinsamen Diskussionen im Plenum.

Am Ende dieses Nachmittags verließen die rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Auftaktveranstaltung der Initiative MUT IM NETZ den Seminarraum des Cafés SternChance mit einer Fülle von Anregungen. Schülerinnen und Schüler werden jetzt mit ihren Lehrkräften die an diesem Nachmittag entwickelten Projektideen in ihre Schulen tragen, um sie bis zu den Herbstferien zu einer Projektskizze zu verdichten, die dann in Abstimmung und mit Unterstützung des BERTINI-Preis e. V. bis zum Sommer 2015 umgesetzt werden. Wir sind gespannt.